Text Bites #3 – Redundanzen: Die doppelten Bodenbeläge deiner Sätze
Unnötige Dopplungen entfernen und sofort präziser schreiben.
Moin.
Willkommen zu Text Bites.
Der Schreib-Snack, der nicht beschwert, aber schmeckt. Pro Ausgabe serviere ich dir ein Thema mit klaren Impulsen, ein bisschen Praxis und genug Würze, damit deine Texte sofort besser schmecken.
Lesen. Verstehen. Anwenden. Fertig.
Diese Woche auf dem Teller: Redundanzen. Die doppelten Bodenbeläge deiner Sätze.
Bevor wir loslegen, ein Blick auf das Phänomen, das sich überall einschleicht, wo wir besonders korrekt oder besonders gründlich klingen wollen. Wörter, die zweimal das Gleiche sagen und dir den Satz zumüllen.
»kurze Zusammenfassung«
»persönliche Meinung«
»endgültig abschließen«
»neue Innovation«
»wieder zurückkehren«
Man merkt erst, wie oft man solche Dopplungen benutzt, wenn man sie das erste Mal bewusst sieht. Und genau da setzen wir heute an.
Zeit für schlankere Sätze. Und weniger Bodenbelag.
Der Kern
Redundanzen entstehen, wenn Wörter zweimal dasselbe sagen, obwohl einmal völlig reichen würde. Sie schleichen sich ein, wenn wir besonders gründlich klingen wollen oder glauben, ein Begriff wirkt stärker, wenn wir ihm noch einen zweiten an die Hand geben. In Wahrheit entsteht dadurch nur sprachlicher Überbau. Der Satz wird breiter, aber nicht besser.
Wörter wie »endgültig abschließen« oder »persönliche Meinung« tragen dieselbe Information zweimal spazieren. Sie polstern den Satz, ohne ihm etwas Neues zu geben. Leser spüren das oft, auch wenn sie es nicht benennen können. Der Text verliert Präzision. Und jedes Wörtchen, das nichts beiträgt, nimmt einem anderen den Platz weg.
Klarheit entsteht, wenn jedes Wort eine Funktion hat. Streiche die Dopplung, und die Aussage steht wieder für sich. Schlanker, direkter, souveräner.
Formel: Begriff prüfen → Bedeutung vergleichen → doppelte Info streichen.
Simpel, effizient, sofort spürbar.
3 Beispiele aus der Praxis
Damit du siehst, wie deutlich Redundanzen einen Satz aufblähen, hier drei Beispiele, die dir garantiert schon mal selbst passiert sind. Oder die irgendwo in deinen Entwürfen vor sich hin stauben.
Nummer 1
Vorher:
»Bitte fülle das Formular vollständig aus, damit wir den Vorgang endgültig abschließen können.«
Nachher:
»Bitte fülle das Formular aus, damit wir den Vorgang abschließen können.«
Warum das besser ist:
Beide Redundanzen treiben den Satz in die Breite, ohne einen Millimeter mehr Information zu liefern. »Vollständig« und »endgültig« sind nur Sprachpolster. Ohne sie klingt der Satz wie ein echter Mensch und nicht wie eine Anleitung auf einem Heizkörper.
Nummer 2
Vorher:
»Meiner persönlichen Meinung nach sollten wir die Präsentation früher starten.«
Nachher:
»Meiner Meinung nach sollten wir die Präsentation früher starten.«
oder noch klarer:
»Ich finde, wir sollten die Präsentation früher starten.«
Warum das besser ist:
»Persönliche Meinung« ist doppelt gemoppelt. Eine Meinung ist immer persönlich. Durch das Streichen der Dopplung wird der Satz ehrlicher und leichter. Die Ich-Variante wirkt am natürlichsten und schafft Nähe.
Nummer 3
Vorher:
»Wir kehren wieder zurück zum ursprünglichen Plan.«
Nachher:
»Wir kehren zum ursprünglichen Plan zurück.«
Warum das besser ist:
»Wieder« und »zurück« sind ein redundantes Duo, das zusammen denselben Sinn zweimal liefert. Die Klartext-Version ist präzise und behält trotzdem denselben Rhythmus. Keine Dopplung, gleiche Aussage, sauberer Satz.
Mini-Trick
Wenn du einen Satz schreibst und das Gefühl hast, er trägt ein bisschen zu viel Gepäck, stell dir eine Frage: »Sagen diese beiden Wörter wirklich etwas Unterschiedliches?«
Sobald du das prüfst, fällt dir die Dopplung auf wie ein sprachlicher Zwilling. Streiche eines der beiden Wörter und lies den Satz erneut. Wenn die Aussage exakt gleich geblieben ist, war die Dopplung überflüssig.
Bonus: Schau dir die beiden Wörter an und ersetze eines davon durch ein Synonym. Wenn die Aussage immer noch identisch bleibt, hast du eine Dopplung erwischt. Redundanzen verraten sich oft über ihre Austauschbarkeit.
Take Away
Redundanzen sind wie kleine Echoeffekte im Satz. Sie wiederholen Informationen, die schon da sind, und blähen damit Texte unnötig auf. Wenn du die doppelten Formulierungen streichst, wird deine Aussage sofort schlanker und präziser. Jedes Wort übernimmt wieder eine Aufgabe, statt nur daneben herzutraben. Genau das macht deine Texte souverän und angenehm zu lesen.
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Als ich beim schnellen durchscrollen das Bild gesehen habe, musste ich irgendwie an den Arkuskosinus denken ;)
wie immer äußerst einleuchtend :)